Grieshaber Logistik AG
 

Natürlich

Bei der Suche nach logistischen Sternstunden in der Natur, sind wir auf ein aktuelles Thema gestoßen.
Die Gletscher.

Logistik ist ein sehr dynamisches Thema, bei dem es um Bewegung, Dynamik, Material- und Informationsfluss geht.

Und genau diese Attribute erfüllen Gletscher perfekt.

Was ist eigentlich ein Gletscher?
Der Begriff Gletscher leitet sich aus dem Lateinischen “glacere“ = Eis ab. Ein Gletscher ist eine aus Schnee hervorgegangene Eismasse, die sich durch ihr enormes Eigengewicht bewegt.

Im Laufe seiner Entstehung durchläuft ein Gletscher verschiedene Phasen. Die Analogie zum Logistikprozess ist auch daher nicht von der Hand zu weisen.
Warme Gletscher, wie in den Alpen, wandeln Schnee sehr schnell in Eis um, während die kalten Gletscher häufig Jahrzehnte für den Umwandlungsprozess benötigen, da es keine Schneeschmelze gibt, die eine beschleunigte Eisbildung unterstützt.

Kleine Gletscherkunde
Kargletscher
sind Eismassen mit geringer Höhe, die häufig in Mulden (Kar) zu finden sind. In der Regel Überreste von Talgletschern.
Talgletscher wiederum sind Eismassen mit begrenztem Einzugsgebiet, deren Masse sich in einem Tal abwärts bewegt.
Bekanntes Beispiel ist der Altesch-Gletscher.
Inlandeis oder Eisschild, das sind die größten Gletscher überhaupt.
Plateaugletscher sind kleines Inlandeis auf Hochplateaus begrenzt.

Gletscher bedecken ca. 10 % aller Landflächen, immerhin 15.000.000 km² Fläche, während der Eiszeit waren es sogar bis zu 35 %.
Sie transportieren Unmengen an Geröll und sind landschaftsformend.

Die Geschwindigkeit ist in Relation zu den bewegten Massen teilweise erstaunlich hoch.
Der Kutiah Gletscher in Pakistan bewegt sich mit ca. 12 km pro Quartal, was einer Tagesleistung von 112 m entspricht.

Die Alpen Gletscher bewegen sich dagegen sehr zurückhaltend mit 150 m pro Jahr.
Dort allerdings sorgt ein anderer Sachverhalt für dramatische Veränderungen. Die Erhöhung der Durchschnittstemperaturen um fast 2 Grad Celsius und das damit verbundene Abschmelzen, hatte im Zeitraum von 1850 bis 2005 eine Flächenreduktion der Gletscheroberfläche von 329 auf 98 Hektar zur Folge.

Informationsfluss
Die zurzeit sicher berühmteste wissenschaftliche (Informations) Sensation, die im Zusammenhang mit Gletschern steht, kennen wir unter dem Begriff „Ötzi“.
Eis birgt aber vor allem sehr wichtige Informationen über historische Klima- und Umweltbedingungen. Mittels Eisbohrungen haben Glaziologen Zugriff auf dieses einmalige “natürliche Gedächtnis, “ das ihnen einen sehr genauen Aufschluss über die erdklimatischen Bedingungen der letzten Jahrmillionen bietet.